◆ Ein Wort von mir · Patrick
Nochmal von vorn.
Warum manche Bücher eine neue Auflage kriegen - und neue Cover.
Also. Ähm. Fangen wir einfach an.
Wenn du das hier liest, kennst du wahrscheinlich schon eins der Bücher. Vielleicht die Halloween-Nacht - die war der Anfang, 2021. Kurz drauf kam das Weihnachtsdrama, dann der Rest. Und wenn du eins davon damals gelesen hast: danke. Das mein ich ehrlich. Aber ich muss auch zugeben - wenn ich heute reinschaue, zucke ich an manchen Stellen zusammen.
Jeder Anfang ist schwer. So ein Satz, den man überall hört und bei dem man nickt, ohne wirklich hinzuhören. Bis man selber anfängt. Ich hab die ersten Bücher komplett allein gemacht - schreiben, überarbeiten, Cover, Satz, das ganze Drumherum. Kein Verlag, kein Lektor, kein Team. Nur ich, ein Rechner, und diese Stadt Nitun, die mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Man macht das aus dem Bauch, lernt beim Fallen, und schickt es raus, weil man es nicht länger für sich behalten kann.
Und dann vergehen Jahre. Man schreibt weiter, redet mit Leuten, hört zu. Ich hab in der Zeit … richtig viel gelernt. Nicht auf einen Schlag, sondern langsam, Buch für Buch. Hab mit anderen Autorinnen und Autoren geredet, mich getraut, meine Sachen herzuzeigen, auch wenn's unangenehm war. Hab mir Kritik angehört - auch die, die weh tat. Und die hilft am meisten, so blöd das ist. Irgendwann sieht man die eigenen Bücher mit anderen Augen, und dann kann man nicht mehr so tun, als wäre alles gut.
Deswegen die Neuauflagen. Ja - schon wieder, ich weiß. Aber diesmal ist es nicht „neues Cover und gut". Ich hab die Geschichten vertieft, ausgebaut, an ein paar Stellen fast neu geschrieben. Der Kern bleibt: dieselbe Handlung, dieselbe Stadt, dasselbe Grundgesetz - in Nitun verschwindet nichts, es wechselt nur die Akte. Aber es liest sich anders. Ruhiger, härter, näher an dem, was ich eigentlich immer erzählen wollte und damals nur noch nicht konnte.
Alles Weitere hab ich hier zum Aufklappen gepackt - je nachdem, wie tief du's wissen willst:
01 Was ändert sich am Text - und was nicht?
Was bleibt: die Handlung. Wer stirbt, wer überlebt, was in dieser Stadt passiert - das ist gesetzt und ändert sich nicht. Du liest dieselbe Geschichte.
Was besser wird: das Wie. Szenen, die früher zu schnell gekippt sind, kriegen jetzt den Raum, den sie brauchen. Figuren, die dünn waren, haben mehr Fleisch. Stellen, an denen ich etwas nur behauptet statt gezeigt hab, sind neu geschrieben. Weniger Effekt, mehr Sog. Es ist dasselbe Buch - nur so, wie ich es heute erzählen würde.
02 Warum neue Cover? Und warum ausgerechnet weiß?
Die alten Cover waren okay - für den Moment. Aber sie sahen selfmade aus, und das waren sie ja auch. Ich wollte, dass die Bücher aussehen wie das, was sie sind: Horror, den man ernst nimmt. Etwas, das im Regal neben den Büchern stehen könnte, die mich nachts wachgehalten haben.
Blutrot, weiß, schwarz. Kein Schnickschnack, keine halbe Sache. Weiß, weil es sich von all dem Schwarz im Genre abhebt und trotzdem eiskalt wirkt - und weil das Rot darauf aussieht wie das, was es sein soll. Es hat ewig gedauert, bis der Look saß. Als er da war, wusste ich sofort: so, und nicht anders.
03 Warum schon wieder eine Neuauflage?
Ehrliche Antwort: weil ich nicht aufgehört hab, besser zu werden, und es irgendwann nicht mehr ertragen hab, dass draußen eine Version steht, hinter der ich nicht mehr voll stehe. Das ist unbequem - für dich, wenn du schon eine hast, und für mich, weil es Arbeit ohne Ende bedeutet.
Deshalb das Versprechen, und das ist mir wichtig: Das ist die letzte Neuauflage. Wirklich. Ab hier bleibt der Text, wie er ist. Ich behalt mir nur vor, Kleinkram zu korrigieren - Tippfehler, ein verrutschtes Komma, sowas, wenn mir doch noch was durchrutscht. Aber keine große Runde mehr. Irgendwann muss man ein Buch loslassen und es einfach … sein lassen. Das fällt mir schwerer, als es klingt.
04 Und die alte Auflage?
Die wird von der Neuauflage abgelöst - erkennbar am alten Cover. Wenn du eine der ersten Ausgaben hast: behalt sie. Ganz im Ernst. Das ist ein Stück vom Weg, ein Zeitstempel, der Anfang. Die neuen sind besser gemacht, klar - aber die alten waren zuerst da, und ohne die gäbe es die neuen nicht.
05 Woran erkenne ich, dass ich die Neuauflage bekomme?
Am Cover im Shop. Weißes Cover = überarbeitete Neuauflage. Was du im Buchshop siehst, ist die Fassung, die geliefert wird. Siehst du noch das alte Cover, ist die Neuauflage für diesen Band gerade in Arbeit - dann lohnt sich ein bisschen Geduld.
06 Kommt noch mehr?
Ja. Es gibt die Reader-Apps mit der interaktiven Fassung - Rätsel, Entscheidungen, eigene Wege, Effekte. Und es waren nicht die letzten Bücher; da kommt noch was. Aber das sind andere Geschichten, dazu ein andermal mehr.
Also. Danke, dass du dabei bist - für die Reihe, für Nitun, für den ganzen Weg mit seinen Umwegen. Diese Bücher stehen jetzt endlich so da, wie ich sie immer haben wollte.
- Patrick Beilke
Erkennbar am neuen Cover. · HORVENTURE · Nitun